Mit der Achterbahn quer durch Europa

Freude. Jubel. Lachen. Glück. Europas größter Freizeitpark ruft bei den Besuchern allerlei Emotionen hervor. 2014 wurde der Europa-Park als weltweit bester Freizeitpark ausgezeichnet. 2015  feiert er sein 40-jähriges Bestehen. Ich finde: Zeit für einen Selbstversuch – und mache mich auf den Weg.

Mit einer Fläche von mehr als 130 Fußballfeldern ist der Europa-Park der größte Freizeitpark des Kontinents. Schnell könnte man den Überblick verlieren, aber seine Aufteilung in 13 europäische Themenbereiche hilft den Besuchern, sich zurechtzufinden. Über Portugal und Griechenland geht es nach Russland und in weitere Länder. Eine bunte und abwechslungsreiche Reise. Wann hat man schon einmal die Chance, so viele verschiedene Nationen an nur einem Tag zu bereisen? Die einzelnen Länderbereiche sind mit Liebe zum Detail gestaltet und in der jeweiligen landestypischen Architektur gehalten. Authentizität ist wichtig. Treffen wir uns später in Italien auf einen Espresso? Oder in Österreich, um mit dem Alpenexpress, der ersten Achterbahn im Park von 1984, über und durch die Berge zu jagen?

 

Alpenexpress – durch den Zauberberg

Die Alpen habe ich als Abenteuerland für mich erst vor einiger Zeit entdeckt. Grund Genug, mich hier nun auch mit dem “Alpenexpress” ins Gebirge zu trauen. Von dem vom Alpenland inspirierten Bahnhof ruckelt der Zug los. Die Bahn beschleunigt und ich lasse mich über die Berg- und Talfahrt direkt in den Berg tragen. Dunkelheit. Funkeln. Wieder Dunkelheit. Glitzern. Durch die bunte “Zauberwelt der Diamanten” geht es wieder ans Tageslicht. Und weil es so schön war, dreht die Bahn gleich noch eine zweite Runde.

Mit mehr als fünf Millionen Besuchern im Jahr 2014 ist der Europa-Park der meistbesuchte Freizeitpark Deutschlands. Seine gute Lage in Rust, etwa 35 Kilometer nördlich von Freiburg, im kulturell wie landschaftlich reizvollen Dreiländereck, lockt auch viele Besucher aus Frankreich und der Schweiz an. Ein Park für Europa eben. Nur Disneyland Paris hat noch mehr Besucher. Trotz der vielen Gäste herrscht eine gelassene und zufriedene Stimmung. Ruhig und voller Vorfreude werden auch die längeren Wartezeiten bei den großen, spektakulären Achterbahnen in Kauf genommen. Zeit, nach Island aufzubrechen und die Achterbahn mit dem höchsten Looping einer Katapultbahn Europas auszuprobieren.

 

Europa Park Achterbahn

Kopfüber: Der Looping der Katapultachterbahn Blue Fire ist 32 Meter hoch

Blue Fire – der Thriller auf Schienen

Die Schreie liegen mir noch in den Ohren. Jetzt sitze ich auf einem der Sitze – wie die Besucher, die sich eben noch die Seele aus dem Hals geschrien haben. Die Achterbahn “Blue Fire” rollt los. Katapultstart. Von 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden. Tageslicht. Erste Reihe. Freie Sicht in den ersten Looping. Kurve. Schraube. Kurz kopfüber. Geschafft. Morgen will ich gleich noch mal fahren.

Die Hauptattraktionen im Park sind natürlich die Achterbahnen. Seit 2014, mit der Fertigstellung der Achterbahn Arthur, gibt es insgesamt zwölf. Ein weiterer Europa-Rekord. In die Kette von Superlativen reihen sich auch die technischen Details der Bahnen. Galten sie anderen Parks doch stehts als Vorbild. Da ist zum Beispiel die erste Wasserachterbahn Europas oder eine Bahn mit sich um sich selbst drehenden Gondeln. Das ungeschlagene Highlight aber ist die Silverstar im Themenbereich Frankreich. Sie ist die zweithöchste und viertschnellste Achterbahn Europas. 36 Sitzplätze hat ein Zug – ein Platz ist meiner.

 

Silverstar – ein technischer Quantensprung

Davon schwärmen sie alle. Der “Silverstar” ist ein technischer Quantensprung: Er ist die die zweithöchste und viertschnellste Achterbahn Europas. Spitzengeschwindigkeit: 130 km/h. Fliehkräfte meines vierfachen Körpergewichts wirken auf mich ein. Und ich mittendrin. Langsam schiebt sich die Bahn bis auf 73 Meter hinauf. Mein Nebenmann – mit 990 verschiedenen gefahrenen Achterbahnen weltweit sozusagen ein Profi – versucht mich zu beruhigen. Die 1.620 Meter lange Fahrt kann ich nur erahnen. Ständig werde ich im Sitz auf- und abgedrückt. Mein Motto: Augen zu und durch! Purer Wahnsinn.

Im Vergleich zur Geschichte des hinter dem Park stehenden Unternehmens ist letzterer allerdings mit seinen 40 Jahren noch taufrisch. Die Firmengeschichte der Familie Mack zählt mehr als 230 Jahre. In den Anfangsjahren stellten sie Kutschen und Orgeln her. Später wurde das Portfolio erweitert und Schausteller mit allerlei Dingen beliefert: Achter- und Geisterbahnen, Karrussels, bis hin zum Auto-Scooter wurde alles produziert. Im Jahr 1972 beschlossen Franz Mack und sein Sohn Roland auf einer USA-Reise, einen eigenen Freizeitpark in Deutschland zu eröffnen. Im Jahr 1975 war es dann endlich soweit. Zum 30-jährigen Jubiläum wurde vor zehn Jahren die Wasserachterbahn Atlantica SuperSplash eröffnet. Welche bessere Möglichkeit gibt es, als mit Wasser anzustoßen?

 

Europa Park Achterbahn

Sonntagmorgen halb 9 in Deutschland: Alles schläft – nur ich suche bereits die Herausforderung Wasserachterbahn in 30 Meter Höhe

Atlantica SuperSplash – auf den Spuren Kolumbus

Im Themenbereich “Portugal” will ich es wissen und den Spuren großer Entdecker wie Kolumbus folgen. Auf geht es zu einer Reise ins Unbekannte. Sonntag. 8.30 Uhr. Ich sitze alleine im Boot, dass sich auf eine Höhe von 30 Metern ziehen lässt. Luft anhalten. Den kurzen Moment der Ruhe genießen, bevor das Boot mit fast 80 km/h ins Wasser taucht. Erfrischung und Abkühlung inklusive. Da spart man sich die Dusche am Morgen.

Wer es statt lauter Achterbahnen, Loopings, Schrauben und Geschwindigkeitsrausch etwas ruhiger angehen lassen möchte, der findet mit den vielen Themenfahrten, Shows und Paraden ein absolutes Kontrastprogramm. Jeden Tag findet eine Parade mit bunten Wagen und Künstlern statt. Wer es lieber klassisch mag, der findet bei mehr als zehn Shows am Tag sicherlich seinen Geschmack. Magische Momente erlebt man im größten mobilen digitalen 360°-Kino der Welt. Im Traumzeit-Dome geht es auf eine Reise durch die Schönheit Europas. Erlebnisse, die unvergesslich scheinen. Im Themenbereich Russland verliert man dann endgültig jedes Gefühl für Raum und Zeit, wenn man mit der Euro-Mir in Richtung Weltraum abhebt.

 

Europa Park Achterbahn

Ausflug ins All: Der futuristische, verspiegelte Bau der Achterbahn Euro-Mir

Euro-Mir – Rausch in die Tiefe

Ein futuristischer Klotz aus verspiegeltem Glas mit einer begehbaren Raumstation: Willkommen in Russland! Die “Euro-Mir” bleibt mir in Erinnerung. Ist sie doch mein Weltraumtrauma. Kein schneller Raketenstart. Hier geht es langsamer und ruppiger zu. Langsam schraubt sich die runde Gondel im Turm nach oben. Bei der Abfahrt dreht die Gondel sich mal nach links, mal nach rechts – zwischendurch fühle ich mich wie ein Brummkreisel. Wenn sich so der Flug in den Weltraum anfühlt, dann bleibe ich lieber mit beiden Beinen auf dem Boden.

Mehr als 100 Million Besucher zählt der Park seit seiner Eröffnung. Der durchschnittliche Gast ist 29 Jahre alt und bleibt 8,5 Stunden. 19 Prozent der Besucher entscheiden sich nach ihrem Besuch, wiederzukommen. Noch nicht genug von Zahlen? Wir haben die Details und Fakten zu den fünf getesteten Bahnen zusammengefasst.

 

Europa-Park Achterbahn Fakten

Europa Park Achterbahn Fakten

Für Detailverliebte und Angeber: Die wichtigsten Zahlen und Fakten zu den fünf getesteten Achterbahnen. In Vorbereitung auf den nächsten Stammtisch-Abend

 


Fünf Tipps für einen entspannten Besuch

  • Hotelgäste haben schon um 8.30 Uhr Zugang zum Park und können einige Attraktionen vor der offiziellen Parköffnung nutzen.
  • Wer alleine den Park besucht oder nicht immer mit der Gruppe fahren will, der sollte Ausschau nach den “Single Rider” halten. So geht es oft zügig an den langen Schlangen vorbei.
  • Es ist kein Problem, seine eigenen Speisen und Getränke mit in den Park zu bringen. Es gibt sogar abschließbare Kühlboxen.
  • Der letzte Sonntag in der Ferienzeit ist in der Regel nicht so stark besucht, da viele den letzten Ferientag zu Hause verbringen.
  • Mit der App lassen sich die Wartezeiten an den Fahrgeschäften schnell überblicken – für möglichst viel Spaß in möglichst kurzer Zeit.

 


Fotos und Grafik: Eike Mitte
Hinweis: Dieser Artikel wurde von DERTOUR und dem Europa-Park unterstützt, beruht jedoch auf der eigenen Meinung des Autors.